Abgeordneter für drei Tage

Pit Abruszat berichtet von seiner Teilnahme am NRW-Jugendlandtag

Pit Abruszat (rechts) aus Minden hat auf dem Platz von Kirstin Korte am Jugendlandtag teilgenommen. Teilnehmer von Bianca Winkelmann war Mika Friederich (Hille). FOTO: Anja Vesper
Pit Abruszat (rechts) aus Minden hat auf dem Platz von Kirstin Korte am Jugendlandtag teilgenommen. Teilnehmer von Bianca Winkelmann war Mika Friederich (Hille). FOTO: Anja Vesper
Wie ist das Leben als Abgeordneter? Pit Abruszat (17) aus Hille kann diese Frage nun aus eigener Erfahrung beantworten. Der Beisitzer im Vorstand der JU Minden-Lübbecke hat als Vertreter von Kirstin Korte MdL am Jugendlandtag teilgenommen und berichtet nun in einem Erfahrungsbericht von der Veranstaltung.
 

"Drei Tage im Landtag von Nordrhein-Westfalen zu arbeiten, ist natürlich nichts im Vergleich dazu, was die "echten" Abgeordneten zu leisten haben. Aber durch diese einmalige Gelegenheit, hinter die Kulissen zu schauen und mitmachen zu dürfen, wird erst einmal deutlich, wie anstrengend es eigentlich ist, Politik zu machen. Wenn man dann jedoch am Ende seiner Arbeit die Ergebnisse im Plenum vortragen kann, macht Politik auch richtig Spaß.

Als Mindener nach Düsseldorf zu kommen, dauert etwas länger, aber wenn man dann endlich da ist, wird die lange Zugfahrt schnell vergessen. Nachdem man direkt nach der Ankunft im Plenarsaal auf dem Platz seines Abgeordneten Platz nimmt (und man sich schon fast wie ein richtiger Abgeordneter fühlt) und man durch das Präsidium begrüßt wird, geht es sofort los.

In Fraktionssitzungen wurden die Vorsitzenden einer Fraktion gewählt, Themen besprochen, Probleme geklärt und vieles mehr. Mit insgesamt fünf solcher Sitzungen sitzt man auch am häufigsten in diesen, um auch am Ende zu entscheiden, wie die Fraktion geschlossen abstimmen sollte.

Außerdem gibt es Ausschüsse, die sich aus allen Fraktionen zusammensetzten und über ein Thema beraten. Man wurde vom Jugendlandtag zugeteilt, in welchem Ausschuss man welches Thema berät, weshalb es sein kann, dass man zu seinem Lieblingsthema evtl. nichts beitragen kann. Hier weicht das Planspiel von der Realität etwas ab. Bevor der Jugendlandtag beginnt, haben alle Teilnehmer die Wahl, über welche zwei Themen man sprechen möchte.

Zu den im Vorfeld gewählten Themen gibt es dann Expertenrunden, in denen echte Experten aus Organisationen, Verbänden, der Wirtschaft etc. ihre Argumente darlegen und somit die Jugendpolitiker beraten, was ihrer Meinung nach wichtig zu beachten ist. Diese Erkenntnisse werden dann in den Ausschüssen besprochen.

Wenn dann alle Ergebnisse pro Fraktion fertiggestellt sind und die Rednerlisten ebenfalls gewählt wurden, kommt das Highlight, die Plenardebatte. Aus allen Fraktionen sprechen Redner zu den Themen und geben die Haltung der Partei zu diesen wieder. Wie man es auch dem echten Landtag oder Bundestag kennt, wird ab und zu mal gepöbelt - aber nur in einem kleinen Maß. Wenn es dann zur Abstimmung kommt und man seine Vorschläge mit gefunden Partnern durchbringt, macht Politik richtig Spaß.

Abgerundet wird alles dann mit einem Gottesdienst und dem Eintrag ins goldene Buch des Landtages.

Während der gesamten Zeit wird man vom Landtag sehr gut verpflegt mit Getränken und leckerem Essen – sowohl im Landtag als auch in der nahegelegenen Jugendherberge.

Jedem, der die Chance hat, am Jugendlandtag teilzunehmen, kann ich persönlich nur sagen: Mach mit! Man muss kein Politik-Genie sein, um mit anderen mitreden zu können. Am Ende lernt man nette Leute kennen und man fragt sich, warum die drei Tage so schnell vorbeigegangen sind."

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